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„Ein einmalig kostbares Geschenk“

Bischof Georg feiert am Kreuzfest-Sonntag Gottesdienst
„Ein einmalig kostbares Geschenk“
„Ein einmalig kostbares Geschenk“
Bischof Georg Bätzing deutete das diesjährige Motto: Nicht Zynismus oder Naivität verberge sich hinter dem Motto, sondern große Dankbarkeit. © C.Mann/Bistum Limburg

Das Leben ist keine Selbstverständlichkeit, sondern ein Geschenk, für das sich Menschen einsetzen müssen, wenn es bedroht und gefährdet ist. Diese christliche Grundüberzeugung hat Bischof Georg Bätzing am Kreuzfest-Sonntag, 19. September 2021, bei einem Gottesdienst im Limburger Dom herausgestellt. „Wir feiern das Leben, weil es ein einmalig kostbares Geschenk ist. Wir feiern das Leben, weil niemand einfachhin den Bedrohungen und Gefahren entkommen kann.  Wir feiern das Leben, das Gott uns gönnt, weit und ewig über den Horizont dieser Zeit hinaus. Wir feiern das Leben um Kräfte der Freude, der Zuversicht, der Verbundenheit miteinander zu sammeln für unseren Einsatz zu Gunsten Lebens, wenn es bedroht und gefährdet ist“, betonte Bätzing. Christinnen und Christen glaubten zudem, dass Christus selbst die Menschen erlöst habe, „indem er sei eigenes Leben hergab. Wir feiern das Leben, das durch den Tod gegangen ist und obsiegt hat“, machte der Limburger Bischof deutlich. Der Gottesdienst am Kreuzfest-Sonntag wurde mit einer Videoleinwand auf den Domplatz übertragen sowie auf den Kanälen des Bistums live gestreamt.

Ein Bekenntnis zur Zukunft trotz der Macht des Todes

In seiner Predigt erinnerte Bätzing an einen hebräischen Trinkspruch. „L’Chaim - auf das Leben!“ Chaim tauche als jüdischer Vorname häufig im Mittelalter auf. Viele Familien hätten nach dem Tod eines Kindes ihr folgendes Kind diesen Namen gegeben. Auch viele Holocaustüberlebende hätten diesen Namen angenommen. „Das ist ein Bekenntnis zur Zukunft angesichts der drohenden Macht des Todes. Es ist Protest und Aufstand gegen Schrecken und Gewalt und Krankheit und Schicksalsschläge, die menschlichem Leben überall unvermutet auflauern können“, betonte der Bischof. „Es klingt nach dem inneren Widerstand, den der Glaube an die Auferstehung der Grenzen des Todes entgegensetzt und Kräfte freispielt, mit denen wir uns tapfer und zuversichtlich allem Todbringenden entgegenstemmen.“ 

Von Jesus lernen, Größe zu zeigen

Hinter dem Motto des Kreuzfestes „Feier das Leben!“ verberge sich nicht Naivität oder Zynismus, sondern eine große Dankbarkeit, die Christen in der Eucharistie feierten. Wer die Eucharistie feiere, stehe in der Nachfolge Jesu. Er unterweise Christinnen und Christen heute wie damals seine Jünger, dass wahre Größe nicht darin liege, sich um Plätze, Ansehen und Rangfolgen zu streiten. Wahre Größe bestehe im Leben darin, die Kleinen und Unbeachteten aufzunehmen. „L’Chaim, auf das Leben! So wollen wir Kreuzfest feiern und den ehren, der das Leben selber ist.“ 

Hintergrund: Kreuzfest und Jahrmarkt der Sinne
Das Bistum Limburg feiert das Kreuzfest seit 1959 und lädt Menschen aus dem ganzen Bistum erstmals an vier Tagen zum Mitfeiern ein. Bischof Wilhelm Kempf wollte mit dem Fest Begegnung ermöglichen und das Zusammengehörigkeitsgefühl in dem verhältnismäßig jungen Bistum stärken. Im Zentrum der Feierlichkeiten steht bis heute die Verehrung der kostbaren Kreuzreliquie. Die vier Festtage vom 16. bis 19. September 2021 stehen unter dem Motto „Feier das Leben!“. 

Der Jahrmarkt der Sinne wird vom Bezirkscaritasverband Limburg veranstaltet und findet in diesem Jahr zum vierten Mal statt. In den vergangenen Jahren besuchten jeweils mehrere Tausend Menschen den Jahrmarkt im Limburger Bischofsgarten, bei dem zahlreiche Künstlerinnen und Künstler von Musik, Kabarett über Comedy auftreten und alle Generationen Angebote für alle Sinne erleben können. 

Aktuelle Informationen und Bilder von den Festtagen gibt es auf kreuzfest.bistumlimburg.de.

© C.Mann/Bistum LimburgAufgrund der Corona-Bestimmungen konnten lediglich 120 Personen im Dom mitfeiern. Eine Videoleinwand übertrug die Bilder auch nach draußen vor den Dom, wo weitere Besucher den Gottesdienst mitfeierten.
© C.Mann/Bistum LimburgAufgrund der Corona-Bestimmungen konnten lediglich 120 Personen im Dom mitfeiern. Eine Videoleinwand übertrug die Bilder auch nach draußen vor den Dom, wo weitere Besucher den Gottesdienst mitfeierten.
© C.Mann/Bistum LimburgBischof Georg Bätzing deutete das diesjährige Motto: Nicht Zynismus oder Naivität verberge sich hinter dem Motto, sondern große Dankbarkeit.
© C.Mann/Bistum Limburg
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