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Inspiration liegt auf der Straße

Limburg sauberer machen: World Cleanup-Day am Kreuzfestsamstag
Inspiration liegt auf der Straße
Inspiration liegt auf der Straße
Pfarrer Andreas Fuchs und Bürgermeister Marius Hahn sammeln fleißig mit. © M.Falk/Bistum Limburg
© M. Falk/Bistum LimburgStella Helmrath von der Katholischen Fachstelle für Jugendarbeit Montabaur interviewt Pfarrer Fuchs und den Bischof.

Um zu sehen, wie schön die Erde ist, müssen wir nicht ins All fliegen: Die Überzeugung von Bischof Georg Bätzing teilen an diesem Samstag, 18. September, all diejenigen, die zum World Cleanup Day auf dem sonnigen Bischofsplatz zusammengekommen sind, um die Stadt ein bisschen sauberer zu machen. Diese Aktion biete mehr Inspiration als der mit „Inspiration 4“ betitelte weltraumtouristische Ausflug, von dem aktuell in den Medien die Rede sei, fügt der Bischof unter lautem Beifall der Anwesenden hinzu. Im Rahmen des Kreuzfestes haben der Bund der katholischen Jugend (BDKJ) gemeinsam mit der Abteilung Weltkirche, den Jugendeinrichtungen im Bistum Limburg und dem Sozialunternehmen Plastic Bank erstmals zur Beteiligung an der weltweiten Aktion eingeladen. Mit im Boot sind die Stadt Limburg und Bürgermeister Dr. Marius Hahn, als Schirmherr selbst aktiv mit dabei.

Verantwortung für die wunderbare Schöpfung

Warum er sofort zugesagt habe, wird er von Jugendbildungsreferentin Stella Helmrath gefragt. Weil das Thema Umweltschutz zunehmend an Gewicht gewinne und insbesondere die Plastikvermüllung ein großes Thema sei, lautet seine Antwort. Es sei eine tolle Sache, „dass wir das gemeinsam hier machen.“, sagt er und dankt dem Bischof, der sicher aufgrund „guter Kontakte nach oben“ für das perfekte Wetter gesorgt habe. Auch für Pfarrer Andreas Fuchs aus Hadamar ist die Beteiligung „eine Selbstverständlichkeit“. Gott habe den Menschen die wunderbare Schöpfung geschenkt: „Dann müssen wir auch Verantwortung für das übernehmen, was uns anvertraut ist.“

Teil einer großen Weltgemeinschaft

Dass die Partnerbistümer an diesem Tag mit demselben Anliegen unterwegs sind, darauf hatte schon Bischof Bätzing hingewiesen. „Wir sind nicht die einzigen, sondern Teil einer großen Weltgemeinschaft“, sagt Elisabeth Klee vom BDKJ, die bei der Vorbereitung des Tages mit jungen Leuten überall auf der Welt in Kontakt war und von vielen positiven Rückmeldungen aus dem Ausland berichtet. „Da merkt man, wie viel wir voneinander lernen können“. Einen Eindruck von der weltweiten Vernetzung vermittelt ein Video aus dem Partnerbistum Alaminos auf den Philippinen. Es zeigt, „wie wichtig ihnen ihre Mutter Natur ist, was das für einen Wert hat, auch im spirituellen Sinn“, fasst Elisabeth Klee die Botschaft in Worte, die manch einen auf dem Bischofsplatz anrührt. Auch im Bistum selbst gibt es an diesem Tag an vielen Orten Aktionen, In Wetzlar und Idstein, Hofheim und Frankfurt, von den Pfadfindern, von Pfarrgemeinden und katholischen Einrichtungen. 

© M. Falk/Bistum LimburgUlf Tanzer und Tochter Minttu machen Limburg ein bisschen sauberer an diesem Tag.

Endlich mal selbst anpacken

Während in einem weiteren Video Menschen aus der ganzen Welt berichten, warum sie sich für das Thema einsetzen, ist auf dem Platz vor der Stadtkirche langsam Ungeduld spürbar. Dann werden  endlich Greifzangen und blaue Müllsäcke an die Wartenden ausgegeben. Christine Merten-Rudolph sammelt flugs ihren ersten Zigarettenstummel auf. „Ich bin sehr umweltbewusst und mir liegt das Thema am Herzen“, begründet sie ihr Engagement an diesem Tag. Sie ist dafür aus Diez angereist, froh, „dass ich hier mal selbst mit anpacken kann.“ Direkt neben ihr probiert Paula das ungewohnte Werkzeug aus. Die Zwölfjährige hat sich eigens von ihren Eltern aus Dornburg in die Bischofsstadt fahren lassen, um bei der Aktion mit dabei zu sein. Sie wolle der Umwelt helfen, sagt sie mit großer Überzeugung, und habe auch zu Hause schon mit der Familien und mit Freunden Müll gesammelt.

Genug Müll für alle

In drei bunt gemischten Gruppen machen sich rund 30 tatendurstige Müllsammler auf ins Tal Josaphat, auf den Greifenberg und ans Lahnufer. Eine junge Mutter mit Kinderwagen kommt über die ersten Meter nicht hinaus, weil ihre drei Kleinen Mühe mit den armlangen Greifzangen haben und sich beim Aufpicken in die Quere kommen. „Es ist genug Müll für alle da“, ruft belustigt Danielle Gyo und fügt ein ernstes „Leider“ hinzu. Die Limburgerin macht mit, weil es einfach eine gute Aktion sei, wie sie sagt. Derweil zieht Bürgermeister Hahn sorgfältig einen zerdrückten Kaffeebecher aus dem Zaun am Kindergarten. Es schockiere ihn, wie viel achtlos weggeworfen werde, beklagt das Stadtoberhaupt, oftmals sogar, obwohl ein Mülleimer direkt daneben stehe. 

Ein Fahrrad, eine Bibel und eine Bettdecke

„Wir verbinden das mit einem Familienausflug an der Lahn entlang“, lacht Chantal Cerea. Sie ist mit dem dreizehnjährigen Sohn Raphael aus Bad Nauheim angefahren, ihr Lebensgefährte Ulf Tanzer ist Limburger und mit seinen beiden Kindern schon vor Ort. Tochter Minttu versucht hartnäckig, einen roten Wollfaden aus dem Pflaster zu kratzen, während Matti (12) einen weißen Plastikbecher aus dem Gebüsch fischt. „Die beiden Dosen lassen wir stehen, für Pfandsammler“, sagt Martina Breuer, Diözesansekretärin der Christlichen Arbeiterjugend (CAJ), die die Gruppe begleitet. Später werden sie sogar ein altes Fahrrad am Wegesrand auflesen. Eine große Bettdecke und eine weggeworfene Bibel gehören ebenfalls zu den ungewöhnlichen Funden, die am frühen Nachmittag von den Rückkehrern auf dem Bischofsplatz präsentiert werden. Rund 120 Kilogramm Müll sind letztlich zusammen gekommen, die jetzt von der Stadt sachgerecht entsorgt oder recyelt werden. 

Nachhaltig leben

Wer mag, kann am Stand der Kolpingjugend und der Katholischen Jungen Gemeinde (KJG) noch ein umweltschonendes Waschmittel herstellen. Ganz im Sinne der angestrebten Nachhaltigkeit, die beim anschließenden Erfahrungsaustausch zum Schluss Thema ist. Von ihren guten Vorsätzen erzählen zwei der beteiligten Kinder. Sie wollen künftig mit anderen Augen durch die Welt laufen - und möglicherweise auch mal den einen oder anderen erwachsenen Müllsünder ansprechen.

Der World Cleanup Day wird jeweils am dritten Samstag im September veranstaltet. 2020 beteiligten sich elf Millionen Menschen weltweit in über 160 Ländern und befreiten Straßen, Parks, Strände, Wälder, Flüsse und Meere von Plastikmüll und anderem Abfall. Weitere Informationen: https://worldcleanupday.de.

© M. Falk/Bistum LimburgDer BDKJ und Jugendeinrichtungen des Bistums laden erstmals zum Cleanup Day in Limburg ein.

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